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Technische Hinweise – Maßprüfung mittels Lehre

Technischer Hinweis Nr. 5 – Maßprüfung von Gewindebohrungen

Um die Genauigkeit einer Gewindebohrung zu überprüfen, verwenden Sie stets eine Grenzlehre. Verwenden Sie zum Prüfen niemals ein Verbindungselement, wie z. B. eine Schraube oder einen Bolzen.

Mit einer Schraube oder einem Bolzen lässt sich nicht die Gewindegröße sicher nachprüfen. Dadurch wird nur festgestellt, dass die Schraube bzw. der Bolzen in die Gewindebohrung passt.

Eine Grenzlehre stellt hingegen sicher, dass das geschnittene Gewinde den Spezifikationen entspricht. Ein Verbindungselement kann diesen Nachweis nicht erbringen.

Durch die Feststellung, wie viel Spiel zwischen Lehre und Prüfling vorhanden ist, kann eine exakte Lehre dabei helfen, die verbleibende Nutzungsdauer des Werkzeugs vorherzusagen.

Technischer Hinweis Nr. 5 – Maßprüfung von Gewindebohrungen

Technischer Hinweis Nr. 56 – Pflege von Lehren
  • Reinigen Sie das Werkstück, bevor Sie es prüfen. Entfernen Sie ggf. Schmutz und Späne, sodass das Prüfergebnis nicht durch Verunreinigungen verfälscht wird.
  • Die Lehre sollte sowohl bei der Verwendung als auch bei der Lagerung sauber und leicht geölt sein. Eine leichte Ölung verlängert die Verschleißzeit deutlich. Sie sorgt zudem dafür, dass ein "Absetzen" oder "Ansammeln" von Werkstoffrückständen an den Gewinden der Lehre vermieden wird. Unter bestimmten Umständen oder bei bestimmten Werkstoffen sollte jedoch kein Öl verwendet werden.
  • Gehen Sie mit größter Sorgfalt vor, wenn Sie einen Gewindegang ausrichten oder beginnen. Ein Überschneiden des Gewindes kann sowohl das Werkstück als auch die Lehre beschädigen.
  • Vermeiden Sie jegliche Krafteinwirkung auf die Lehre. Leichter Druck reicht völlig aus. Gehen Sie so vor, dass Schäden oder Abnutzungen an der Lehre vermieden werden und eine korrekte Werkstückprüfung sichergestellt ist.
  • Schützen Sie alle Lehren vor Beschädigung, Rost, Einkerbungen oder Verklemmungen, die die Prüfgenauigkeit beeinträchtigen und zur Unbrauchbarkeit des Instruments führen könnte. Bewahren Sie die Lehre am Arbeitsplatz in einem Schutzkasten auf. Wenn Sie die Lehre nicht verwenden, schützen Sie die Gewinde der Lehre mit einer Kunststoffabdeckung.
  • Verwenden Sie Gewindelehrringe gleichmäßig von beiden Seiten. Oftmals weisen Lehrringe, die zur Nachprüfung oder Wiederinstandsetzung eingeschickt wurden, nur auf der Seite mit Prägung Abnutzungserscheinungen auf. Der Ring ist jedoch für eine beidseitige Nutzung ausgelegt. Der regelmäßige Wechsel der Prüfseite verlängert die Verschleißzeit.
  • Lehren müssen in bestimmten Intervallen kontrolliert und neu geeicht werden, um sicherzustellen, dass das Instrument innerhalb der zulässigen Toleranzen prüft und weiterhin brauchbar ist.

Technischer Hinweis Nr. 56 – Pflege von Lehren

Technischer Hinweis Nr. 68 – Grenzlehrdorne(Kaliberlehren)

Grenzlehrdorne mit Gut- und Ausschussseite werden verwendet, um zu überprüfen, ob glatte Bohrungen innerhalb der Toleranzen sind. Wenn die Gutseite lang genug für gesamte Tiefe der Bohrung ist, kann sie die Geradheit der gesamten Bohrung überprüfen.

Spezielle "Bohrlehren" können verwendet werden, um die Position der Bohrungen auf dem Werkstück zu überprüfen. Kaliberlehren dienen der Überprüfung des Mindestdurchmessers einer Bohrung, in die ein Gewinde geschnitten werden soll.

Grenzlehrdorne sind in vier Klassen verfügbar: "XX", "X", "Y" und "Z". "XX"-Lehren weisen die engste Toleranz auf und werden als Ur- oder Einstelllehren verwendet oder zur absolut genauen Prüfung von Werkstücken eingesetzt. "X"-Lehren werden als Urlehren oder für Präzisionsmaßprüfungen verwendet. "Y"- und "Z"-Lehren werden normalerweise ausschließlich zur Werkstückprüfung eingesetzt.

Die Wahl der richtigen Toleranzklasse ist sehr wichtig, um korrekt zwischen "schlechten" und "guten" Prüflingen unterscheiden und erstere ausmustern zu können. Wenn eine Lehre mit einer größeren Toleranz (niedrige Klasse) für ein Werkstück verwendet wird, das eine sehr enge Toleranz erforderlich macht, kann das daraus resultierende Spiel zwischen Lehre und Prüfling dazu führen, dass das Werkstück als "schlecht" ausgemustert wird. In diesem Fall wird ein eigentlich "guter" Prüfling abgewiesen. Hersteller von Messinstrumenten und -lehren sprechen in so einem Fall von "Diebstahl", da die Toleranz der Lehre die Toleranz des Prüflings "stiehlt".

Um eine möglichst hohe Akzeptanzrate bei guten Werkstücken zu erhalten, sollten Sie eine Klasse nach der "5-%-Regel" wählen. Das heißt, die Toleranz der Lehre sollte nicht mehr als 5 % der Toleranz des Prüflings betragen.

Wenn beispielsweise die Werkstücktoleranz 0,001" beträgt, sollte die Lehre maximal eine Toleranz von 0,00005" besitzen. Wählen Sie daher ein Klasse mit einer Toleranz von 0,00005" oder kleiner.

Weitere Informationen zu Klassen und Toleranzen von Lehren finden Sie im Kennametal Lehren-Katalog, den wir für Sie auf der Website www.kennametal.com im Abschnitt Metallbearbeitung/Gewindebohren bereitstellen.

Technischer Hinweis Nr. 68 – Grenzlehrdorne(Kaliberlehren)

Technischer Hinweis Nr. 113 – Maßprüfung von NPT-Innen- und NPT-Außengewinden

Die Prüfung von NPT-Rohrgewinden ist simpel im Vergleich zur aufwendigeren Prüfung von NPTF-Gewinden.

Vorgehensweise zur Prüfung von NPT-Innengewinden: Verwenden Sie einen L-1-NPT-Lehrdorn. Drehen Sie die Lehre in das Bohrloch ein, bis sie stoppt. Dies wird als "handfest" bezeichnet. Wenn die Lehre so stoppt, dass die Einkerbung darauf mit der Gewindeöffnung bündig ist, besitzt das Teil "Basisgröße." Auch bei einer vollständigen Drehung mehr bzw. weniger in der Gewindebohrung gilt dies noch als Basisgröße. Beachten Sie, dass eine Drehung weniger über der Einkerbung die minimal zulässige Größe und eine Drehung mehr unter der Einkerbung die maximal zulässige Größe darstellt.

Vorgehensweise zur Prüfung von NPT-Außengewinden: Verwenden Sie einen L-1-NPT-Lehrring (der eine "handfest"-Dicke aufweist). Drehen Sie die Lehre auf das Gewindestück, bis sie stoppt. Wenn das kleine Ende bündig mit dem Ende des Gewindestücks ist, besitzt das Teil "Basisgröße." Als maximal zulässige Basisgröße darf die Lehre eine Drehung vor dem Gewinde stoppen. Für die minimal zulässige Basisgröße darf die Lehre eine Drehung hinter dem Gewinde stoppen.

Beachten Sie, dass bei NPT-Gewinden die Verwendung von Dichtmittel oder Dichtband erforderlich ist, um Leckagen zu vermeiden.

Technischer Hinweis Nr. 113 – Maßprüfung von NPT-Innen- und NPT-Außengewinden

Technischer Hinweis Nr. 114 – Maßprüfung von NPTF-Gewinden

NPTF- oder Trockendichtgewinde sind im Gegensatz zu NPT für anspruchsvollere Anwendungsbereiche gedacht.

 

Aus diesem Grund sind vielfältigere Lehren zur Prüfung von Größe, Konus und Gewindeform notwendig.

 

Die Spitze externer Gewinde ist"schärfer" bzw. spitzer als der Fuß interner Gewinde, der flach verläuft.

 

Beim Festdrehen per Hand (handfest) überlagern sich diese Spitzen, jedoch bleiben die Flanken voneinander getrennt. Beim Anziehen mittels Schlüssel drücken all diese Bereiche aneinander und bilden eine leckagesichere Dichtung.

Technischer Hinweis Nr. 114 – Maßprüfung von NPTF-Gewinden

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